"Schreibe mir doch, wo und wie Emkendorf liegt, ich find´es nicht auf der Karte." Kein geringerer als Johann Wolfgang von Goethe schickte diese Suchmeldung an Friedrich Heinrich Jacobi, der seinen Jugendfreund ins "Weimar des Nordens" eingeladen hatte. Der Dichterfürst hatte zwar einen Besuch in Erwägung gezogen, kam dann aber doch nicht. Berühmt ist Emkendorf aber auch ohne den prominenten Nicht-Besucher geworden. Andere hohe Gäste haben dafür gesorgt. Der Dichter Matthias Claudius zum Beispiel, der allen anders lautenden Behauptungen zum Trotz sein berühmtes Abendlied "Der Mond ist aufgegangen" wirklich nicht in Emkendorf geschrieben hat. Ständiger Gast im Herrenhaus war neben vielen anderen Star-Poeten auch F.G. Klopstock. Und warum es die Dichter und Denker ausgerechnet nach Emkendorf zog ? Man ahnt es fast.
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Es lag an einer Dame. Sie hieß Juliane (Julia) Gräfin von Reventlow, Ehefrau des Hausherren Friedrich (Fritz) von Reventlow. Die beiden hatten das ziemlich heruntergekommene Anwesen gründlich restauriert und ausgestattet. Das kostete zwar ein Heidengeld, doch im Gegensatz zu anderen adligen Standesgenossen waren die Reventlows außerordentlich wohlhabend. Julia war nämlich die Tochter des berühmten Heinrich Carl Schimmelmann, der als der reichste Privatmann im Königreich Dänemark galt. Der Reichtum stammte allerdings aus einer ziemlich schmutzigen Quelle, denn Schimmelmann betrieb Sklavenhandel. Seine Tochter jedoch war eine reine und fromme Seele, die mit ihren illustren Gästen über Gott und die Welt philosophierte.
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